14.12.2016

Prozessregelvarianten

Butzbach. Seit dem letzten Mittwochabend ist „Endlich Schluss mit dem Wirrwarr?!“ Im 3. Vortrag der Vortragsreihe 2016/17 des DVS Bezirksverband Mittelhessen klärt Hauptreferent Dipl. Wirtsch.-Ing. Boyan Ivanov von der EWM AG in Mündersbach auf. „Was beinhaltet das neue DVS Merkblatt DVS 0973?“, „Was war die Motivation für dieses Merkblatt?“ und „Welche Vorteile hat der Anwender?“.

 

 

Foto: Boyan Ivanov erklärt den Unterschied zwischen einem ungeregelten und geregelten Kurzlichtbogen

 

Der Vortragsabend startete ab 17:30 Uhr mit einem gemütlichen weihnachtlichen Umtrunk. Mit Glühwein und Lebkuchen stimmten sich die Teilnehmer in Fachgesprächen bereits auf das Thema „Prozessregelvarianten des MSG-Schweißens“ ein. Im Vortrag selbst, erläuterte Herr Ivanov die Motivation für die Erstellung dieses Merkblattes und argumentierte einfach mit der Tatsache, dass es sehr viele verschiedene Prozesse von unterschiedlichen Herstellern gibt. Für den Anwender ist es dadurch unglaublich schwierig, diese vergleichen zu können und somit den richtigen Hersteller bzw. Prozess für seine Anwendung zu finden. Dieses Merkblatt bietet eine Hilfestellung für den Anwender. Auf einen Blick erkennt man die Regelvarianten der Prozesse und findet schnell den dazugehörigen Hersteller, außerdem wird auch beschrieben, wie die verschiedenen Prozesse geregelt werden.

 

Als Grundlage des Vortrages hat Herr Ivanov das Merkblatt selbst mit seinen Hauptpunkten beschrieben. Hierzu zählte zunächst die Gerätetechnik, ob stufengeschaltete oder moderne Schweißstromquellen. Außerdem wurden die bekannten Lichtbogenarten, wie zum Beispiel der Kurzlichtbogen, Sprühlichtbogen oder auch der Impulslichtbogen in einer grafischen Darstellung dargestellt und dementsprechend erläutert.

Je nach Hersteller gibt es unterschiedliche Möglichkeiten den Kurzlichtbogen zu regeln, spritzerarm, energiereduziert, aber auch leistungssteigernd. Herr Ivanov beschrieb auch den Hintergrund für diese Einteilung und vermittelte den Teilnehmer ein klares Verständnis für diese Vorgehensweise. Auch für den modifizierten Sprühlichtbogen gibt es zahlreiche Hersteller, die eine entsprechende Lösung anbieten. Mit der Möglichkeit kleinere Öffnungswinkel zu verwenden, ergeben sich daraus große Ersparnisse beim Zusatzwerkstoff und der benötigten Zeit für die Ausführung der Schweißnaht. Mit vielen Beispielen für die Anwendung vermittelte Herr Ivanov den Hörern eine Darstellung der vielen unterschiedlichen Prozessregelvarianten, die bei näherer Betrachtung vereinfacht eingereiht werden können und als übersichtliche Tabelle als Beiblatt im Merkblatt erhältlich ist.

In einer anschließenden Diskussion wurde auch nochmal über die Notwendigkeit in der Praxis, einen Hinweis in der Schweißanweisung, bezüglich der entsprechenden Prozessregelvariante, gesprochen. Dies ist nicht nur für den Schweißer eine Vereinfachung, sondern für die Sicherung der Qualität der Schweißergebnisse.

Zum Abschluss wurde nochmal auf die Fortsetzung der Vortragsreihe im nächsten Jahr hingewiesen, an der die Teilnehmer neben einem guten Fachvortrag die Möglichkeit zum Erfahrungsaustauschnutzen können.