16.03.2017

Befestigungstechnik im Stahl- und metallbau

Marburg. Am 16.03.2017 beehrte Herr Müller, Schweißlehrer an der Handwerkskammer Koblenz, den Bezirksverband Mittelhessen des Deutschen Verbandes für Schweißtechnik und verwandte Verfahren e.V. (kurz: DVS) mit einem Fachvortrag über das Thema „Befestigungstechnik im Stahl- und Metallbau“ mit dem Fokus auf häufige Fehler und deren Vermeidung. Circa 30 Zuhörer kamen hierfür in das Berufsbildungszentrum nach Marburg.

 

Nach einer Einleitung durch Herrn Jan Pitzer (Vorstandsvorsitzender DVS Mittelhessen) wurde durch Herrn Müller die Handwerkskammer Koblenz kurz vorgestellt. Circa 2000 Lehrgangsteilnehmer seien
jährlich dort und werden unter anderem durch Herrn Müller, der auf 35 Jahre Erfahrung zurückblickt, ausgebildet. Auch international arbeite die HWK Koblenz demnach mit anderen Einrichtungen zusammen, unter anderem sehr eng mit einer Einrichtung in Indien.
In dem Fachvortrag selbst wurden anhand einiger Beispiele typische Schadensfälle in der Befestigungstechnik veranschaulicht. Dargestellt wurden Schadensfälle am Bau, an Balkonen, Geländern und auch Feuerleitern. Die richtige Befestigungstechnik ist dabei ein sicherheitsrelevanter Faktor, welcher allerdings nicht immer richtig ausgeführt wird. Dadurch kommen jährlich circa 40 – 50 Schadensfälle mit Personenschäden an Balkonen zustande, welche durch die richtige Ausbildung und Ausführung verhindert werden können. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle, wie zum Beispiel die Auswahl der richtigen Dübel, die richtigen Schrauben oder ein sorgfältig gereinigtes Bohrloch. Dabei gilt es die DIN EN 1991 zu beachten, welche oftmals immer noch nicht die notwendige Anwendung findet. Oft werde zum Beispiel auch ignoriert, so Herr Müller, dass immer noch des Öfteren galvanisch verzinkte Anker verwendet werden, obwohl diese aus Edelstahl seien müssen. Auch auf den rechtlichen Part ist Herr Müller eingegangen und veranschaulichte die potentiell ernsten Konsequenzen bei Schadensfällen. Grundsätzlich gehe es bei der
Befestigungstechnik und der Vermeidung von Schadensfällen um die Planung. Dabei sind verschiedene Faktoren zu beachten. Neue wärmedämmende Baustoffe zum Beispiel erschweren das richtige Befestigen. Auch das Bohrverfahren will richtig geplant sein. Bei der Ausführung kommt es dann auf kompetentes Montagepersonal an. Dies führt zu der Frage: Wie sorgt man für kompetenten Personal in der Befestigungstechnik? Herr Müller beantwortete dies, indem er auf die Lehrgänge des bundeweiten Netzwerks der Competenzcentren Befestigungstechnik hinwies, die das Ziel haben, eben dieses Montagepersonal auszubilden und die Kompetenz nachzuweisen, dass die Befestigung richtig ausgeführt wurde.