18.10.2016

Umweltfreundlicher, temporärer korrosionsschutz von stahl

Der Bezirksverband Mittelhessen des Deutschen Verbandes für Schweißtechnik und verwandte Verfahren e.V. hat erfolgreich den ersten seiner sechs geplanten Fachvorträge absolviert. Etwa 35 Gäste, davon circa 25 Studierende, fanden ihren Weg um 18:00 Uhr in die Technische Hochschule Mittelhessen, wo sie vom Vorstand des DVS Mittelhessen und den Rednern des Abends herzlich begrüßt wurden. Zunächst stellte Herr Prof. Dr.-Ing. Jörg Gollnick sich und sein Institut der Mechanik und Materialforschung des Fachbereiches Maschinenbau und Energietechnik der Technischen Hochschule Mittelhessen vor. Herr Prof. Gollnick, welcher selbst viel Erfahrung mit der Schweißtechnik hat, berichtete dabei von seinen zahlreichen früheren Berührungspunkten mit dem DVS. Anschließend übergab er das Wort an den Vorstandsvorsitzenden Herrn Jan Pitzer. Dieser stellte ausführlich das Wirken und Tun des DVS vor, speziell für den Bezirksverband Mittelhessen, dessen Vorstandsmitglieder alle auf ehrenamtlicher Basis in dem Verband mitarbeiten. Auch die kostenlose Mitgliedschaft für Studierende mit allen Vorteilen wurde dem Publikum erläutert. Anschließend hielt Herr Dr. Christian Fischer von der Universität Koblenz-Landau als Hauptredner des Abends seinen Vortrag über „Umweltfreundlichen, temporären Korrosionsschutz von Stahl“. Besonderheit erlangte die Thematik dadurch, dass Herr Dr. Fischer dies von der naturwissenschaftlichen Seite der Chemie betrachtet. Die weltweiten Bemühungen, das ungewollte Korrodieren von Stahl zu verhindern, stehen vor vielen Herausforderungen, was durch die Tatsache verdeutlicht wird, dass weltweit circa 5 Tonnen Stahl pro Sekunde verrosten. Herr Dr. Fischer stellte die in Kooperation mit Herrn Prof. Dr. Gollnick erarbeiteten Forschungsergebnisse vor, welche hauptsächlich an kaltgewalztem Stahl durchgeführt wurden. Unter strengen Testbedingungen wurden dabei verschiedene umweltfreundliche Substanzen als Rostschutz getestet - mit beeindruckenden Ergebnissen. Derzeit untersucht Herr Dr. Fischer die Verwendung von modifizierten Fettsäuren aus Kokosfett. Dieses Gebiet könnte für die Industrie vor allem bei innerbetrieblichen Transporten und bei der Lagerhaltung, zum Beispiel von Halbzeugen, relevant werden. Auf diesen Ergebnissen aufbauend wird Herr Dr. Fischer noch weiter forschen und hoffentlich weitere nützliche Erkenntnisse für die Industrie schaffen können. Nach dem sehr informativen Vortrag und der anschließenden Fragerunde wurde ein Buffet für die Anwesenden durch den DVS gestellt und es konnten in offenen Gesprächen noch einige Punkte weiter vertieft werden.